Julian Kämper ist Musikwissenschaftler, Autor und freischaffender Dramaturg für Musik, Musiktheater und Performance. Er hat promoviert und publiziert und lehrt schwerpunktmäßig zu zeitgenössischen Musikformen. 2014–16 war er Dramaturgieassistent an der Jungen Oper der Staatstheater Stuttgart. 

Als Dramaturg entwirft er alternative Konzert- und Theaterformate innerhalb der freien Szene sowie in Zusammenarbeit mit etablierten Kulturinstitutionen und Festivals. Neue Stücke entwickelte er mit dem Ensemble Recherche sowie für das Orbit Festival in Köln. Derzeit ist es als Dramaturg für die Münchener Biennale tätig. Er arbeitet eng mit Kollektiven, Ensembles und interdisziplinär arbeitenden Künstler*innen zusammen, um themen- und raumspezifische Präsentationsformen zu entwickeln.

In Marburg studierte Julian Kämper Kunst, Musik und Medien, gefolgt von einem M.A. Abschluss Musikwissenschaft. 2026 hat er sein Promotionsprojekt über Sport- und Spielkonzepte in der zeitgenössischen Musik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main  abgeschlossen - gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Als Lehrbeauftragter an den Universitäten in Düsseldorf, Marburg und Frankfurt am Main unterrichtet er an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis.

Als freier Hörfunkautor ist Julian Kämper für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig. Regelmäßig entstehen Kulturfeature und Autorensendungen für Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk, SWR, WDR und BR. 2023 wurde sein Feature "Aaaaaaaaaa. Klingende Monotonie - Feature auf (fast) nur einem Ton" (Dlf, 2023) für den Prix Europa in der Kategorie Audio Music nominiert.

Als Begründer des Sounddramaturgien-Kollektivs befasst sich Julian Kämper künstlerisch-forschend mit 3D-Audioverfahren. Gemeinsam mit Felix Kruis und Dominik Breinlinger sind eigene 3D-spezifische Konzerte und Performances für kopfhörendes Publikum entstanden, u.a. für die Münchner Philharmoniker, das Soundcinema Düsseldorf, das Augsburger lab.30 Festival und das Kunstkraftwerk Bergson. 2025 entwickelte das Sounddramaturgien-Kollektiv zwei 3D-Soundtheaterproduktionen: "GenZ Don't Cry" feierte bei der Ruhrtriennale Premiere, "Just Listen" war ein Auftrag der Bayerischen Staatsoper in Kooperation mit der Schauburg.

2013 war Julian Kämper Mitbegründer des trugschluss-Kollektivs, da zunächst in Marburg veranstaltete und seit 2017 in München wirkt. Innerhalb der eigenen trugschluss-Reihe sowie in Kollaboration mit etablierten Kulturinstitutionen und freien Gruppen entstehen Veranstaltungsformate, die den vielen Dimensionen des Musikerlebens eine Bühne bereiten. Der Hang zu neuen Medien, Live-Elektronik und starker Performativität ist spürbar. Dabei reicht die musikalische Bandbreite von Popstrukturen bis zu extremen Nischen der Avantgarde. Was den trugschluss-Formaten gemeinsam ist: die Suche nach alternativen Wahrnehmungssituationen, Publikumsinteraktionen und konzeptionellen Raumgestaltungen.

Gemeinsam mit Katharina Ortmann gründete Julian Kämper 2024 das Musikbüromuc, ein Projektbüro für die zeitgenössische Musikszene Münchens. Ziel ist die nachhaltige Stärkung der freien Akteur*innen und deren Sichtbarkeit.